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Lilo Bauer-Freitag

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Die Freundschaft zwischen Ernst und Raeder

Lilo Bauer-Freitag•vor 4 Jahren Geehrte Stadtraete*innen,Ich habe bereits in frueherer Korrespondenz darauf hingewiesen, dass es in einem sachlichen Gutachten unangebracht ist, die Gesinnung von Freunden und Arbeitsgebern dazu zu verwenden, Karl Raeder zu belasten. Wenn Sie schon Maler Ernst in einem Gutachten ueber Raeder erwaehnen muessen, dann moegen Sie es als Zeichen von Raeders Gutmuetigkeit erkennen und auch so benennen, dass er sich um den alten und bettelarmen Maler gekuemmert hat! Jede andere Auslegung klingt boeswillig.Hochachtungsvoll,LILO BAUER-FREITAGRaeder Urenkelin

Die Freundschaft zwischen Raeder und Ernst

Lilo Bauer-Freitag•vor 4 Jahren Geehrte Stadtraete*innen,Voellig unangebracht finde ich, dass man Ernst und Raeder gegenseitig anhand ihrer Freundschaft miteinander anschwaerzen will. Was tut es zur Sache in einem historischen Gutachten die Gesinnung eines Freundes anzufuehren und zu bemaengeln? Ich habe bereits unter Karl Raeder scharf zurueckgewiesen, dass dort ein langer Paragraph total dem Maler Ernst gewidmet ist. Nur bei dem Gutachten von Ernst--sogar noch in der Ueberschrift!--ist mir nicht gleich aufgefallen, dass dieselbe unsachliche und manipulative Methode angewendet wurde! Man haette bei Karl Raeder genauso gut oder schlecht seine juedischen Freunde erwaehnen koennen, die vielleicht auch Freunde des Malers waren, ganz oben, in der Ueberschrift!Da die Raederfamilie dringend um eine Korrektur des Gutachtens bittet, was unter anderem die Bezeichnung "Propagandist" betrifft, sowie die unangebrachte Beschreibung von Gustav Ernst in einem Gutachten ueber Raeder, so muesste die gleiche Bezeichnung und jeder Hinweis auf Karl Raeder auch vom Ernst Gutachten verschwinden.Hochachtungsvoll, LILO BAUER-FREITAGRaeder Urenkelin

Ein letzter Anlauf

Lilo Bauer-Freitag•vor 4 Jahren Noch einmal, liebe Stadtraete&innen,Ich hatte mir die Muehe gemacht, Ihnen Punkt fuer Punkt die Maengel am Gutachtens des historischen Gutachtens aufzuzeigen, das Sie als Grundlage verwenden, unseren Urgrossvater heute zu entehren. Ich zeigte Ihnen, welche Ausdruecke wir als pure Beleidigungen empfinden (z.B. "anbiedern" und "Wendehals"), die Karl Raeder als einen Luegner hinstellen. Zu unrecht als Luegner dargestellt zu werden IST eine Beleidigung. Sowie Ausdruecke und Redeformen, die die Voreingenommenheit (und dadurch Faerbung) des Historikers genau durchblicken lassen ("was war da noch?"; "hat er es sich nicht nehmen lassen..."; "eilfertig" hat er eine Einladung angenommen; er "entpuppte" sich als "Wendehals"; "gab er immerhin zu," dass er den Einfluessen erlag; usw) . Dazu kommen noch eine Reihe von unbelegten Vermutung auf Seiten des Historikers, und Unsachlichkeiten, indem er von Eigenschaften ANDERER Leute spricht, mit welchen Karl Raeder damals zu tun hatte, anstatt sich auf die Person Karl Raeder zu beschraenken. ... Ihre Antwort: "Koennen wir nicht vorfinden," sowie "entschieden zurueckgewiesen." Basta? Fertig? So einfach? Aber so einfach ist das nicht, und so einfach darf es sich keiner machen in einem Rechtsstaat und in einer Demokratie.Von der Familie werden "Beweise fuer Karl Raeders Reue nach dem Krieg" verlangt; wir selbst werden jedoch abgespeist und zurueckgewiesen. Die "Beweise," die Sie suchen, sind genau in demselben Tagebuch Karl Raeders aufzufinden, sowie in seinem Nachkriegs- Gedichtsband, "Oh Pfaelzer Land, wie schoen bist Du!" (1948) die Historiker Paul auch zu Verfuegung standen. Bitte belesen und ueberzeugen Sie sich einmal selbst (Raeder Urenkelin Ingrid Bauer wird Ihnen gern ein Exemplar zur Verfuegung stellen, falls Sie es nicht haben).Und bitte hoeren Sie auf zu behaupten, dass Karl Raeder Amerika besucht hat, MIT DEM ZIEL, DORT REDEN ZU HALTEN. Das stimmt ganz und gar nicht. Dafuer haben wir noch keinen einzigen Beleg gefunden. Wir Raedernachkommen in Amerika stecken bereits seit einer Weile unsere Koepfe zusammen, um vielleicht im Nachlass unserer Tante Hilde (die Karl Raeder damals besuchte) etwas zu finden, das Aufklaerung ueber die Umstaende geben koennte, wie es damals zu diesen Einladungen, in einigen (wenigen) deutschen Clubs in Amerika zu reden und Gedichte vorzutragen, gekommen ist. Und nochmals muss betont werden, dass sein Besuch in den USA die deutsch-amerikanische Geschichte in keinster Weise beeinflusst hat. Karl Raeder taetigte diese Reise, um dem Elend und den Sorgen in Deutschland bei Familie in Amerika fuer eine Weile zu entrinnen--genau so steht es in seinem Tagebuch. Mit der ersten Frau und Kindern von Sohn Philip, den er auch in Amerika besuchte (und welche auch noch manchmal die Raederklauses besuchten) ist der Kontakt leider bereits vor vielen Jahren abgebrochen.Darueberhinaus stimmt Karl Raeders Selbstbeschreibung (dass er anfaenglich lange GEGEN den Nationalsozialismus war und nur nach und nach dessen Einfluessen erlag) 100% mit der Ablehnung der Reichskulturkammer ueberein, die ihn als ungenuegend regimetreu beschrieben hat. Somit bezeugen diese Zitate von Raeders EHRLICHKEIT, und nicht etwa eine (angeblich geheuchelte) Kehrtwendung nach dem Krieg! Laut seinem Tagebuch hat er selbst die Art seiner Mitmenschen zu Kriegsende kritisiert, mit dem Satz: "Keiner will Nationalsozialist gewesen sein." In anderen Worten, die meisten wollten es nicht zugeben. Er selbst aber doch! Er empfand sich als Kuenstler lediglich als ein ein "Instrument" (sehen Sie das gleichnamige Gedicht in "Oh Pfaelzer Land..."), dessen "Seele schwingt, wie eure fuehlt und klingt." Das bedeutet, dass er als Medium "das Senden wie Aetherwellen klar" auffing und wiedergab von seiner damaligen Welt ("Seelen Rundfunk" in "Oh Pfaelzer Land..."). Wie und warum man Karl Raeder als Luegner hinstellen kann--ein Mann, bei welchem Ehrlichkeit und Ehrbarkeit grossgeschrieben waren--ist mir weiterhin unbegreiflich.Wenn es sich bei dem Gutachten um Herrn Pauls "Meinungsfreiheit" handelt, dann muesste eigentlich mehr als nur ein qualifiziertes Gutachten eingeholt werden.Karl Raeder hat seiner geliebten Stadt und der Pfalz redlich GEDIENT, mit jeder Faser seines Wesens, besonders nach dem Krieg und bis zu seinem Tod, als er keine Familie mehr versorgen musste. Er hat die erhaltene Ehrung der Stadt als eine Verpflichtung zum Dienen aufgefasst und fuer den Rest seines Lebens unter Beweis gestellt--ein Dienen, wie es bei vielen heute ein Fremdwort ist. Nach Erhalt des Ehrenbuergerbriefs der Stadt im Juli 1958, schrieb Karl Raeder ganz bescheiden:"Beanlagung als Drang und Zwang zur DichtungHeisst fuer die Heimal und das Volk Verpflichtung.Begabung ist ein "Muss," in breiten BildernDie Heimat schoen und gleichnisrein zu schildern.Poeten haben Lust am Fabulieren,Am Formulieren, am Produzieren!Wenn das Finanzamt wuesst, welch reine FreudeDen Dichtern ihre Taetigkeit bereite,Dann wuerd' es zweifellos und ohne BangenVergnuegungssteuer vom Poet verlangen.Man sollte also verbetend verwehrenDie Dichter hoch zu leben und zu ehren.Ein Dichter tut also gesehn bei LichtMit seiner Schreiberei bloss seine Pflicht."Bis zu seinem Tode, 1967, hat er noch in genau dieser Bescheidenheit gelebt und gedichtet, war federfuehrend beteiligt an der Entstehung des Literarischen Frühschoppens und rezitierte bei oeffentlichen Anlaessen oft und gerne. Auch war alljaehrlich ein gern gesehener Gast bei der "Paelzer Poesie" auf jedem WUMA. Er konzentrierte sich fortan auf alles Schoene in seinen Mitmenschen und in seiner heissgeliebten Heimat. ... Bitte sagen Sie mir, wer von den lauten Stimmen, die Karl Raeder heute so schlecht machen wollen, hat je soviel fuer das Ansehen der Stadt getan? Die Stoerenfriede bei der Buergerversammlung koennten sich noch heute eine Riesenscheibe von Karl Raeder abschneiden!Und somit bittet die Raeder Familie noch einmal, vor der endgueltigen Abstimmung, um GNADE fuer Karl Raeder, den wir nur als einen bescheidenen, rechtschaffenen und lustigen Menschen kennen, der sein letztes Hemd fuer einen armen Mitmenschen gegeben haette und oft gegeben hat, sowie er auch seine letzten Kartoffeln nach der Bombadierung Bad Duerkheims mit obdachlosen Duerkheimern geteilt hat, die er in der Raederklause unterbrachte. Er war uns genau so immer Vorbild gewesen. Das Gutachten und die ausgestellten Informationen im Netz und Museum werden ihm in keinster Weise GERECHT.Hochachtungsvoll,Lilo Bauer-FreitagRaeder-UrenkelinGreenville, USA

Entfernung und Ueberarbeitung von R. Pauls Gutachten

Lilo Bauer-Freitag•vor 4 Jahren Geehrte Stadtraete*innen,Wir, die Raeder-Nachkommen, haben wiederholt die Maengel, tiefe Voreingenommenheit, ausdrueckliche Beleidigungen und Unsachlichkeiten in dem Gutachten beanstandet. Ich habe ihnen bereits detailliert diese Stellen aufgefuehrt--sehen Sie sich bitte die Analyse an. Deshalb bitten wir dringend, dieses Gutachten sofort vom Netz zu entfernen und in den genannten Punkten zu ueberarbeiten. Dasselbe trifft auch auf das Karl Raeder Hinweisschild im Museum zu.  Hochachtungsvoll,Lilo Bauer-FreitagRaeder Urenkelin

Problematische Rhetorik und Vorgehensweise

Lilo Bauer-Freitag•vor 4 Jahren Sehr geehrte Damen und Herren in Stadtrat,Muss man denn einen Mann fix und fertig machen, wie dies heute wieder in der Rheinpfalz geschehen ist, nur weil man unbedingt einen Strassennamen aendern will? Es wird "immer mehr" und neues Material erwaehnt, wozu man aber (noch) keine Quellen angeben will. Das ist nicht in Ordnung. Auch ist Herr Fauth nicht der erste oder letzte Mann, der je Theorien hatte, die sich nicht bewahrheitet haben. Aber der verwendete Begriff von "Pseudowissenschaft" ist kein klar definierter Ausdruck und sollte unterlassen werden, weil er so klingt, als handle es sich um falsche oder ueberhaupt keine Wissenschaft. Viele sog. Pseudowissenschaften sind irgendwann zur anerkannten Wissenschaft geworden. Man denke an die Chiropraktiker, die erst lange von der Medizin verlacht wurden. Darueberhinaus benoetigt man heute auch und immer noch, um Forschung zu betreiben, Sponsoren*innen, oder Auftragsgeber*innen, die das mitfinanzieren. Und auch heute benoetigt man Referenzen, um Professor und andere akademische Titel zu erlangen. Handelt es sich um einen Ehrentitel? Von denen gibt es hunderte. Zehn amerikanische Praesidenten erhielten Ehrentitel von akademischen Institutionen, und Frau Merkel erhielt allein ganze siebzehn solcher Titel! Dann noch: Ist ein Mann total dafuer verantwortlich, wofuer andere (z.B. Herr Himmler) und/oder Regierungen die Forschung verwenden? Schauen Sie mal, wie man heute Nikola Teslas kabellose Energieuebertragung anwendet, zum Wettermachen und fuer kriegerische Zwecke. Ist das Erkundigen ueber die Judenpolitik an sich negativ und kritikwuerdig? Und was genau hat er an der erwaehnten Hitlerrede gelobt?Uebrigens, wurde wenigstens das richtige Foto verwendet?Zusammenfassend muesste man doch eigentlich alles weglassen, das heute noch ganz genauso ist oder was man nicht genau und mit Quellen belegt, damit kein falscher Eindruck entsteht. Als amerikanische Staatsbuergerin liegt es mir sehr fern, mich in deutsche Kommunalpolitik einzumischen. Aber ich bin nun mal, als Raeder Urenkelin, in diese Geschichte unwillentlich hineingezogen worden. Und wenn ich anstoessige Rhetorik und Vorgehensweisen sehe, kann ich meinen Mund nicht halten.Es gruesst Sie, sowie auch die Familie Fauth,Lilo Bauer-FreitagRaeder UrenkelinGreenville, SC,USAPsychotherapeutin, Autorin, Aktivistin und Pfarrerin

"Nicht mehr ehren wollen" oder Verdammnis?

Lilo Bauer-Freitag•vor 4 Jahren Sehr geehrte Stadtraete*innen,Ich bedanke mich herzlich fuer Ihre Antworten, auch im Namen von Krista Leach, und fuer die Weiterreichung unserer Beitraege.Von Krista Leach darf ich Ihnen ausrichten, dass sie mit “arbitrary” oder “willkuerlich” die Auswahl von genau diesen drei Herren, Raeder, Ernst und Fauth, gemeint hat.Sie sagen, es gehe Ihnen ja nur darum, zu entscheiden, ob Karl Raeder (und die anderen Herren) weiterhin mit ihrem eigenen Strassennamen geehrt werden sollen.1.       Wir meinen, es ist schon lange klar, dass Sie Karl Raeder nicht mehr ehren wollen. Die 150 Jahrefeier hat nicht stattgefunden; das Grab wird nicht mehr bestellt; und die kleinen Hinweisschilder auf “Ehrenbuerger” an den betroffenen Strassennamen werden oder sind bereits entfernt. Waere das Buergerbegehren nicht gewesen, dann waren die neuen Strassennamen bereits aufgehaent.   Stimmt das so?2.      Sie sind jedoch noch einen ganz grossen Schritt weitergegangen, naemlich zum GEGENTEIL VON EHRUNG. Dieses Gegenteil ist die OEFFENTLICHE SCHMAEHUNG der Namen und Personen, deren Wirken damit auf ein paar wenige Jahre ihres Lebens reduziert wird!  Die Banner im Duerkheimer Museum sind Ausdruck dieser Verachtung, und es ist diese Schmaehung, wogegen sich die Familie Raeder so wehrt! Von heiss verehrt in die Verachtung gestuerzt, in einer geschichtlichen Sekunde! Da Karl Raeder sehr in der Duerkheimer Geschichte verankert ist, aendert dies in der Tat die Geschichte, zumindest in Bad Duerkheim und in der Pfalz. Ich bitte um klare Unterscheidung dieser Dinge und darum, dass Sie von der oeffentlichen Schmaehung wieder absehen und den Banner entfernen werden.3.      Bei den Strassenbenennungen in Bad Duerkheim mische ich nicht mit. Dazu sollen die Anwohner der Strassen und Buerger Bad Duerkheims sich melden. Trotzdem hoffe ich, dass alles so bleibt wie bisher, aus sentimentalen Gruenden meinerseits.Hier noch eine Randbemerkung: Es mag Sie amuesieren, zu erfahren, dass der kurze Raeder Vers, von Historiker Paul in seinen Bericht eingebaut, inhaltlich genau das ist, was in Amerika schon immer gesagt wird, wenn ein Soldat in fernen Laendern gefallen ist. Der Vers lautet:  Er starb als OffizierDem Führer treu ergeben,Damit in Zukunft wirIn Frieden können leben. Auch in Amerika,einer Demokratie, ist es eine patriotische Ehre, fuer das Land “und unsere Freiheit” das Leben zu lassen. Ein solcher Tod wird immer als Opfer zur Erhaltung unserer Freiheit betrachtet oder hingestellt.Mit Ihrer Abstimmung im Februar liegt in Ihrer Hand zu entscheiden, ob sich diese “Hexenjagd” nun immer weiter ausbreitet und immer mehr Namen im Duerkheimer Museum verunglimpft werden. Dann werden Sie sicher bald anbauen muessen, um alle damaligen Duerkheimer Nazis auszustellen, und es koennte einmal zu einer Attraktion fuer Neo-Nazis werden, wo sie ihre Helden verehren koennen. Welch schrecklicher Gedanke! Alles nur, weil manche das Leben und Wirken dieser drei Herren auf die paar Jahre waehrend der Nazi Zeit reduzieren wollen.Und es liegt in Ihrer Hand, ob Sie ihr oeffentliches Amt dafuer verwenden wollen, der Zensurgesellschaft Vorschub zu leisten, auch wenn das nicht unbedingt Ihre Absicht ist. Sie haben heute Kraft Ihres Amtes viel mehr Befugnis, Macht und Einflussvermoegen als Verbreiter dieser Ansichten, als es Karl Raeder je hatte fuer irgendeine seiner Meinungen.Mit freundlichen Gruessen,Lilo Bauer-FreitagRaeder UrenkelinPsychotherapeutin (im Ruhestand), Autorin, Aktivistin und PfarrerinGreenville, SC, USA

Analyse der Recherchen von Historiker Paul

Lilo Bauer-Freitag•vor 4 Jahren An den Stadtrat und alle Interessierten in Bad Duerkheim:Seit meinem letzten Beitrag hier wurde ich gefragt, welche negative Faerbungen und Unsachlichkeiten ich in der Recherche von Historiker Paul gefunden habe, die bisher noch nicht erwaehnt wurden. Meine Antwort koennte auch Sie im Stadtrat interessieren und ist wie folgt:1.       Geburtstagsgedichte: Karl Raeder war kein Mensch, der gekaufte Geschenke vergeben hat. Ich kann mich jedenfalls an keines erinnern. Stattdessen schenkte er Gedichte, die er eigens fuer die Person und jeden Anlass “erdochten” hat, wie er gerne sagte. Selbstverstaendlich sagt man in einem solchen Gedicht NICHTS NEGATIVES UEBER DEN EMPFAENGER. So auch nicht z.B. im Gedicht zum 52. Geburtstag des Fuehrers. 2.      Karl Raeder “entpuppte” sich nach dem Krieg als ein “Wendehals”: Das ist Herrn Pauls ganz persoenliche, negative Interpretation, wobei “Wendehals” ein Opportunist ist, der sich der jeweiligen Laune im Lande anpasst (PONS Dictionary), ein “Flip-Flopper” und einer, der sein Faehnchen nach dem Wind richtet (ohne eigentliche Substanz oder Ueberzeugung). Und so klar und sachlich wie ein “Entpuppen” ist das tatsaechlich nicht.3.      “Eilfertig” nahm er eine Einladung an: Eilfertig—wirklich? Wie schnell ist “eilfertig”? Woraus schliesst Herr Paul, dass Karl Raeder sich beeilt hat und nicht etwa darueber nachgedacht hat? Und auch wenn er sich beeilt haette, dann war das nicht unbedingt aus dem Grunde, den Herr Paul unterschwellig andeutet. Das ist also eine unsachliche und ueberfluessige Bemerkung.4.      “Erwartungsgemaess” hat Buergermeister Mangold nichts von Karl Raeders Engagement in der NS-Zeit erwaehnt: Da kann man raten, wieso Herr Paul das so und nicht anders erwartet hat. Will er andeuten, dass sich die Leute gegenseitig zu Ruhm und Ehre verholfen haben, unter Vortaeuschung falscher Tatsachen? Jedenfalls regt es den Leser an, solche oder aehnliche negativen Vermutungen zu stellen.5.      “Man musste nicht NSDAP Mitglied sein, um in die Reichsschrifttumskammer aufgenommen zu werden”----und DENNOCH wurde Karl Raeder’s Beitrittsantrag abgelehnt. Aus heutiger Sicht spricht das FUER Karl Raeder, was dabei aber nicht gesagt wird. Stattdessen meint Paul: “Offenbar waren der Gestapo Raeders anbiedernden Gedichte verborgen geblieben oder man hat ihm einfach nicht geglaubt.” Das heisst, Herr Paul hat der Tatsache, dass er abgelehnt wurde, mit einer negative, persoenlichen Vermutung belegt, die in so einem Report total unangebracht ist.6.      Und da ist dieser Begriff, “ANBIEDERN,” der eine sehr negative (ja, ekelhafte) Bewertung beinhaltet, von jemandem, der nur nett TUT, um Anklang zu finden, sich also faelschlich repraesentiert. Aber wenn man schon so einen Ausdruck benutzt, denn koennte man auch annehmen, dass Karl Raeders Begeisterung und Anhaenglichkeit an die NZ-Zeit gar nicht so tief gefuehlt war! Trotzdem ist der Begriff unsachlich und laesst den Leser angewidert zuruck und hat daher in einer wissenschaftlichen Analyse ueberhaupt nichts zu suchen.7.      Um bei dem “Anbiedern” zu bleiben: Wer von uns hat seine Vita nicht schon einmal oder oefter poliert fuer einen spezifischen Zweck, z.B. um eine bestimmte Anstellung zu erlangen. Dabei stellt man sich natuerlich in das beste Licht und fuehrt seine Qualifikationen auf, speziell fuer die gewuenschte Position. … Also, wenn das “Anbiedern” ist, dann sind wir alle schuldig und vielleicht schon genauso widerlich gewesen, wie Karl Raeder gerade hingestellt wurde..8.      Was soll Herr Pauls Bemerkung, dass “fuehrende National-Sozialisten waren der Meinung…die Judenpolitik (in Amerika) beeinflussen zu koennen”? Geht er davon aus, dass Karl Raeder das ueberhaupt gewusst hat? Wie hat er das erfahren koennen, wenn er nicht mal Parteimitglied war? Aus dem Radio? Herr Paul belegt nicht, dass und wie dieser Umstand Karl Raeder vor seiner Amerikareise bewusst war. Aber Herr Paul nimmt auch unrichtigerweise an, dass diese Reise speziell aus Propagandagruenden stattfand, waehrend Karl Raeder in erster Linie seine Kinder (HILDE—nicht GRETEL—und Phillip) besucht hat. Darueberhinaus hat Karl Raeder sich uebereall ueber Publikum gefreut.9.      Der “Bund der Freunde des neuen Deutschlands” mag mit Unterstuetzung der NSDAP organisiert gewesen sein, aber weshalb war es Herrn Paul wichtig, das in diesem einen Fall hinzuzufuegen? Karl Raeder hat, wie gesagt, doch UEBERALL Einladungen angenommen und nicht nach Fianzierung gefragt. Die Wirkung von diesem Zusatz ist negative Stimmungsmache.10.  Genau wie in (9), war es unangebracht, zu erwahnen, dass bei dem Reichssender in Saarbruecken “der Intendant ein ueberzeugter Nationalsozialist war.” Will er damit unterschwellig andeuten, dass dies fuer Karl Raeder ausschlaggebend war? Der Report geht um Karl Raeder, und nicht um den Intendanten, es sei denn, man beabsichtigt, Karl Raeder nach den Charakteren seines Arbeitsgebers zu beurteilen. 11.  Karl Raeder publizierte, wo er konnte, einschliesslich im der NSZ-Rheinfront und dem o.g. Sender. Gab es eigentlich ueberhaupt alternative Moeglichkeiten, seine Kunst zu publizieren?12.  Eine kleine deutsche Zeitung in San Diego hat sich positiv ueber Karl Raeders Vortrag dort geaeussert. Das Publikum sei sehr ergriffen gewesen.-----Weshalb ist es wichtig, was (in einem Fall) die Presse ueber ihn schrieb? Die Kritik eines Kuenstlers faellt manchmal positiv aus, und manchmal ist sie negativ. Das sagt nicht unbedingt etwas ueber Karl Raeder aus und ist “Hoerensagen.” Dazu kann man noch sagen, dass Karl Raeder (oder die eingewanderten Deutschen in Amerika) die Geschichte in keiner Weise beeinflusst haben. Deutschamerikaner sind historisch nicht sonderlich politisch aktiv und haben bis heute noch keine vereinte Stimme.13.  Dann, nach Kriegsende, will Herr Paul die ausgedrueckte Reue in seiner “Trauerballade” einfach NICHT GLAUBEN. Worauf basiert dieser Glaube? Und gehoert Glaube in einen historischen Report?14.  Genauso gehoeren die Schlussbemerkungen ueber Gustav Ernst ueberhaupt nicht in eine Recherche UEBER KARL RAEDER. Soll Karl Raeder etwa nach den Tagebucheintragen von Maler Ernst beurteilt werden?15.  Bei den Schlussbemerkungen heisst es noch, “es koenne Karl Raeder nicht verborgen geblieben sein, was mit Juden geschah.” Das ist eine reine VERMUTUNG. Sehr viele haben das ueberhaupt nicht gewusst und konnten es kaum oder gar nicht glauben, als sie es erfuhren. Die “Loesung” von damals ist so ungeheuerlich, dass man sie nicht glauben kann oder will. Genauso wenig wuerden wir heute glauben, wenn wir erfahren sollten, dass mit derzeitigen Bevoelkerungsgruppen (z.B. Fluechtlingen) etwa aehnliche “Loesungen” angewendet sein sollten. Auch ueber Fluechtlinge heute wird viel Negatives gesagt, und wir nehmen einfach an und hoffen, dass es beim Reden bleibt. Aus diesem Unwissen heraus Karl Raeder als “nicht gerade einen Menschenfreund” zu bezeichnen ist voellig unangebracht, als auch “nicht gerade ein Menschenfreund” selbst eine unsachliche Bemerkung ist.Es sei noch bemerkt, dass der Familie bisher verweigert worden ist, die Originalquellen Herrn Pauls direct einzusehen.Zusammenfassend bleiben von Herrn Pauls Recherche nur ein paar Gedichte uebrig, in welchen Karl Raeder Begeisterung fuer das Regime ausgedrueckt hat…Gedanken und Gefuehle zu Papier gebracht hat, die sein Publikum selbst hatte. Ausserdem ist Herr Paul sich ja gar nicht so sicher, was er davon als “Anbiedern” empfindet. Karl Raeder einen “Propagandisten” zu nennen, nur weil er eine oeffentliche Persoenlichkeit war, geht meiner Meinung nach zu weit. Bitte bedenken Sie auch, dass er in seinem Leben noch fuer viele andere Dinge “Propaganda” gemacht hat: Naturverbundenheit, Heimatliebe, Rechtschaffenheit, Philosophie, Schlichtheit, und er hat sehr viel kostenlose Werbung fuer den Pfaelzer Wein gemacht! Ohne Frage war Karl Raeder ein begeisterungsfaehiger, leidenschaftlicher Mensch, der manchmal in’s Schwaermen geriet und kaum zu bremsen war, wenn er eine Idee hatte. Ich halte dies eigentlich im allgemeinen fuer etwas Positives, will jedoch die damalige Zeit auch nicht verniedlichen. Trotzdem SOLLTE DIE RECHERCHE DES HISTORIKER PAULS DISQUALIFIZIERT WERDEN, aus allen obengenannten Gruenden. Ich bin eigentlich ueberrascht, dass Sie seine negative Voreingenommenheit und Unsachlichkeit an so vielen Stellen nicht sofort bemerkt haben. Ich weiss, Sie lehnen den Begriff “Propaganda,” auf sich selbst angewendet, entschieden ab. Jedoch ein Report, der dermassen unsachlich und emotional geladen  ist wie dieser, IST “Propanda,” laut Definition, weil er einen ganz bestimmten Zweck verfolgt: Die Diffamierung und NUR die Diffamierung. Er laesst den “Befund” nicht offen sondern manipuliert den Leser. Und das muss der Leser mit gleicher Entschiedenheit ablehnen.Hochachtungsvoll,Lilo Bauer-FreitagRaeder UrenkelinGreenville, SC, USA

Maler Ernst tut mir in der Seele leid!

Lilo Bauer-Freitag•vor 4 Jahren Ihr lieben Leute,Gustav Ernst ist fuer einen wesentlichen Sinneswandel (wie Karl Raeder zum Beispiel) nach dem Krieg leider zu frueh gestorben (1945). Man kann ihm also nicht vorwerfen, dass und weshalb er nie Reue gezeigt hat. Auch hat er keine Familiennachkommen, die heute fuer ihn sprechen koennten.Er ist doch deutlich dem damaligen Rundfunk zum Opfer gefallen, wenn er von einem "Weltfeind" spricht und dass Europa in unmittelbarer Gefahr geschwebt hat, dabei vernichtet zu werden! Das haben doch fast alle damals geglaubt, aus genau demselben Grund, weil es im Radio immer und immer wieder so behauptet wurde. Man beruft sich auch auf seine privaten Tagebuecher, in welchen er mit privatesten Gedanken gespielt hat...Mein Gott, was habe ich selbst im Laufe meines Lebens manchmal gedacht und--z.T. auch etwas angetrunken manchmal--meinem Tagebuch anvertraut. Spaeter habe ich fast alles davon wieder revidiert!Ich wuenschte, ich haette ihn noch kennenlernen koennen, denn seine Bilder waren ueberall in der Raederklause verteilt. Ich fand sie wunderbar! Ich befuerchte, man wuerde heute sogar Van Gogh verleumden,weil er wahrscheinlich geisteskrank und somit nicht "passable" ist und heutigen Charakteranspruechen nicht mehr gerecht wird! Wie kommen wir heute dazu, einem Kuenstler seine Gedanken vorschreiben zu wollen? Erdrueckt das nicht die Kreativitaet in seinem urspruenglichen Geiste? Und ueberhaupt, sind Gedanken nicht mehr FREI?Lilo Bauer-FreitagRaederurenkelinGreenville, SC, USA15.1.2023Psychotherapeutin (im Ruhestand), Autorin, Aktivistin, Pfarrerin

Was versteht man unter "Aufarbeitung"?

Lilo Bauer-Freitag•vor 4 Jahren Ihr lieben Leute,Mein Hintergrund ist die Psychologie. In der Psychologie ist “Aufarbeitung der Vergangenheit” und von alten Verletzungen ausschliesslich die Arbeit an sich selbst gemeint, hoechstpersoenlich. Man ueberprueft sich selbst zum Beispiel, welche Charakterzuege, die im Aussenbereich als stoerend empfunden werden, mit einem selbst zu tun haben, d.h. dass man unbewusst dieselben Zuege wahrscheinlich in sich selbst traegt. Und indem man diese Persoenlichkeits- oder Charakterzuege herauskristallisiert und schlisslich ablegt, verbessert sich das persoenliche Wohlergehen und die Selbstachtung. Jedoch ist dabei niemals gemeint, dass man dadurch die Lizens hat, am Charakter anderer herumzuschrauben, denn dadurch verbessert sich das Selbstgefuehl NICHT, sondern das ist es doch, womit man sich selbst krank haelt und die Gesellschaft damit auch krank macht.Und somit grueble ich bereits seit 2 Jahren darueber nach, was in der Stadt Bad Duerkheim wohl unter “Aufarbeitung” verstanden wird, denn meine Beobachtungen klaffen weit auseinander von allem, das ich je ueber psychische Gesundheit gelernt und erfahren habe. Ich stelle fest, dass man nun vorschreiben will, welche der Kuenste heutzutage gesellschaftlich “passable” sind (z. B. kein Karl May mehr); Deutschlands Geschichte wird langsam umgeschrieben (z.B. indem man Bismarck und Preussen verschwinden laesst); und man greift etwa auch Kirchen an, weil Martin Luther ein Frauenfeind gewesen sein koennte (was sich von seinen Mitmaennern damals nicht unterschieden haette. Sogar mein eigener Ex-Ehemann hat regelmaessig solche Dinge als Partywitz losgelassen, wie angeblich auch Martin Luther, und alle haben gelacht). Es wird Propaganda—ja, HETZE—betrieben, um die groessten Denker und Kuenstler zu verunglimpfen, die Deutschland je hervorgebracht hat.  Das wird nie aufhoeren, weil eine kranke Seele immer wieder einen neuen Feind braucht, was die Selbstachtung aber nie eigentlich dauerhaft verbessert.Und schauen Sie mal genau hin: Sind das nicht genau die Methoden der Nazi-Zeit??? Wie will man die Wiederkehr dieser Zeit verhindern koennen, wenn man sich heute genauso ketzerisch verhaelt? Wenn Sie den Bericht vom Historiker Paul mit ein bisschen Abstand betrachten, dann sehen Sie, dass er gespickt ist mit emotionalen Stimmungsmachern, und dass er ganz und gar nicht sachlich geblieben ist. Er ist manipulativ, indem er (ohne Belege) Karl Raeder als einen Luegner und nicht ehrenwert darstellt. Er meint (seine hoechtpersoenliche Auslegung und Meinung), Karl Raeders Reue nach dem Krieg sei nicht echt gewesen und dass er seinen Hals je nach Wind “gewendet” habe. Er erwaehnt ganz beilaeufig, das eine Halle, in welcher Karl Raeder einmal seine Gedichte vorgetragen hat, “von der NSDAP mitfinanziert” war…, was hatte das mit Karl Raeder zutun, der auch ueberall sonst Einladungen angenommen hat? Das haette Herr Paul sich verkneifen koennen. Und da gibt es noch einiges mehr zu beanstanden, so dass ich mich darueber wundere, wie man so einen Bericht als Grundlage fuer die gesamte Strassenumbennung und Verunglimpfung im Museum akzeptieren kann.Auch moechte ich darauf hinweisen, dass Amerika zur Zeit von Karl Raeders bei seinen Kindern (in allererster Linie!) noch durchaus Deutschland-freundlich gesonnen war und Waffen geliefert hat. Gleichzeitig hat und hatte Amerika seine ureigene Voreingenommenheit gegenueber der juedischen Bevoelkerung, ganz ohne Hilfe von Karl Raeder. Es durften weiterhin sehr wenige Juden einwandern, auch nicht, als sie von Deutschland fliehen mussten. Das sind historische Fakten, die Herr Paul weiss aber unterschlaegt.Sie werden Faschismus niemals mit solch einer Propaganda verhindern, die selbst faschistische Zuege traegt, besonders weil Sie auch nur wehrlose Toten damit angreifen und diffamieren und auf ganz wenige Jahre ihres Lebens reduzieren. Waehrenddessen lassen Sie die BASF/IG Farben, die damals Giftgas hergestellt hat, weiterhin bestehen.Das soll also einer verstehen und sogar gutfinden und als “Aufarbeitung” begreifen? Genau wie damals wird es nun weitergehen, wie ein Krebs, und immer neue Zielscheiben finden, ohne jedoch je Ihr Ziel (Faschismus zu verhindern) zu erreichen. Glauben Sie mir: Auf diese Weise verbessert man gar nichts, am wenigsten sich selbst. Ausserdem scheint die Entscheidung ueber Strassenumbenennung und Museumsausstellung bereits gefallen und im Gange zu sein, schon lange, ehe die Buerger sich dazu aeussern konnten. Auch ist die Entscheidung EINSTIMMIG, sagt man. Wann ist in der Politik solche Einigkeit je mal dagewesen??? Keine einzige abweichende Stimme? Es gruesst Sie aus der Ferne, mit erhaltener Heimattreue (und Besorgnis) im Herzen,Lilo Bauer-FreitagUrenkelin Karls RaedersPsychotherapeutin (in Ruhestand), Autorin, Aktivistin, und PfarrerinGreenville, SC, USA15. 1. 2023

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Lilo Bauer-Freitag•vor 4 Jahren Es wurde in allen Recherchen ein kleines Faktum, naemlich, dass es in der Raeder Familie auch Juden gab, die genauso herzlich in der Raederklause aufgenommen wurden wie alle anderen in der Familie. Hier der uebersetzte Brief einer Urenkenkelin Raeders aus dem Ausland:An die Mitglieder des Stadtrats und Kulturausschusses Bad Dürkheim: Mein Name ist Krista Leach. Ich bin das einzige Kind von Günter und Sigrid Schmitt. Meine Großmutter väterlicherseits war Margaret Räder Schmitt, eine Tochter von Karl Räder, was Karl Räder zu meinem Urgroßvater macht. Meine Eltern haben sich in Kanada kennengelernt und 1952 geheiratet. 1953 wurde ich dort geboren. 1962, als ich 9 Jahre alt war, wanderten wir aus in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo ich seither lebe. Margaret war bereits Witwe und lebte zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in Heidelberg. Sie hatte drei Jungen: Meinen Vater und seinen Zwillingsbruder und noch einen älteres Bruder. Alle diese Jungs wurden zunächst in die Hitlerjugend eingezogen und mussten letztlich für Nazideutschland kämpfen. Das war komplett gegen ihren Willen und ihren Glauben, genauso wie heute ebenso viele Russen in den Krieg gegen die Ukraine geschickt werden. Es gab/gibt in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht. Mein ältester Onkel ist im Krieg gefallen. Die Familiengeschichte besagt, dass Margaret, allein in Heidelberg, dem jüdischen Untergrund geholfen hat. Meine Mutter Sigrid war eine deutsche Jüdin aus Ostpreußen, dem heutigen Polen. Ihre Mutter war Jüdin, aber ihr Vater war keiner. Als sich der Nationalsozialismus in ganz Deutschland ausbreitete, wurde mein Großvater unter Druck gesetzt, sich von seiner jüdischen Frau scheiden zu lassen, was er nicht getan hat. Infolgedessen wurde er seines Amtes als Stadtrat enthoben, und ihm wurde sein gesamtes Eigentum genommen, einschließlich eines Hauses, eines Geschäfts, eines Restaurants und eines Gasthauses. Das war letztendlich zu viel für meinen Großvater, der daraufhin Selbstmord beging und eine jüdische Ehefrau mit zwei Teenagern in Nazi-Deutschland auf sich allein gestellt zurück ließ. Sie hatten das Glück, das letzte Boot aus ihrem Gebiet in Ostpreußen nach Dänemark zu erwischen. Dort verbrachten sie fünf Jahre in einem Zufluchtslager in Kopenhagen, bevor sie nach Kanada auswanderten. Leider war meine Mutter durch den Krieg seelisch schwer traumatisiert und litt unter Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS). Daher erhielt sie bis zu ihrem Tod monatliche Entschädigungen aus Deutschland. Aufgrund ihrer extremen Angst, dass wir gefunden und sogar verschleppt werden könnten, durfte ich sogar in den Vereinigten Staaten niemandem von meiner jüdischen Abstammung erzählen. Das war sehr schwierig für mich, da wir in einer überwiegend jüdischen Enklave von Los Angeles, Kalifornien, lebten. Meine Familie wurde nicht nur in Deutschland verfolgt, weil sie jüdisch war, wir wurden von den Juden in Südkalifornien verfolgt, weil wir Deutsche waren. Ohne eigenes Verschulden habe ich persönlich Diskriminierung von beiden Seiten erlebt. Ich lebe täglich mit den Narben und der Last, Deutsch und Jüdin zu sein. Anfang der 1960er Jahre, nach unserem Umzug nach Kalifornien, reiste ich mit meiner Mutter nach Deutschland. Wir waren für einen längeren Aufenthalt in Bad Dürkheim, um meine Urgroßeltern zu treffen. Meine Mutter hätte niemals einen echten Nazi geheiratet, noch hätte sie mich - allein mit ihrem einzigen jugendlichen Kind - jemals zum Treffen mit jemandem mitgenommen, der NaziSympathisant und Antisemit war. Das hätte sie nie zugelassen. Sie und ihre Familie wurden von allen Mitgliedern der Familie Räder, die sich ihrer Herkunft genau bewusst waren, stets herzlich und liebevoll empfangen. Ich erinnere mich sowohl an Karl Räder als auch seine Frau als wunderbar vernarrte Urgroßeltern. Sie wurden von der Familie, einschließlich meiner Eltern und mir, sowie Freunden und Nachbarn verehrt und geachtet. Ist die mir bekannte Familienhistorie ganz korrekt? Höchst wahrscheinlich nicht. Das ist das Problem mit Geschichte. Sie verläuft fließend, wird normalerweise mündlich von Generation zu Generation weitergegeben und unterliegt jedermanns Deutung. Der Kontext und die Bedeutung der Wörter ändern sich im Laufe der Zeit und keine zwei Menschen nehmen dasselbe auf die gleiche Weise wahr. Ja, Sie können einige Gedichte und Dokumente vorliegen haben, die etwas anderes als ein perfektes Bild von Karl Räder zeichnen, aber kennen Sie diesen Mann deshalb wirklich? Menschen unterliegen regelmäßig Einsichten und Sinneswandel, ohne diese öffentlich zu offenbaren. Bevor die nicht enden wollende Hexenjagd der Cancel Culture/Zensurkultur (der massenhafte der Unterstützungs-Entzug von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens oder Prominenten, die Dinge getan haben, die heute gesellschaftlich nicht akzeptiert werden) Sie völlig auffrisst, werfen Sie bitte einen introspektiven Blick auf sich selbst und Ihre Familiengeschichte. Können Sie oder Ihre Familiengeschichte dieselbe Prüfung bestehen, der Sie Karl Räder, Gustav Ernst und unzähligen anderen unterziehen? Alle Menschen sind von Natur aus unvollkommen, und die meisten lassen sich leicht beeinflussen. Bitte bedenken Sie, dass hier das Konzept des Stockholm-Syndroms zutreffen könnte. Es beschreibt einen Bewältigungsmechanismus im Falle von Geiselnahme oder Entführung, bei dem die Opfer gegenüber ihren Entführern oder Tätern über einen Zeitraum hinweg positive Gefühle entwickeln. Gehirnwäsche wird als gewaltsame Indoktrination definiert, um jemanden dazu zu bringen, grundlegende politische, soziale oder religiöse Überzeugungen und Einstellungen aufzugeben und gegensätzliche, reglementierte Ideen zu akzeptieren. Nazi-Deutschland kann sicherlich als Gehirnwäsche in einer ihrer reinsten und sadistischsten Formen betrachtet werden. Ja, George Washington war ein Sklavenhalter, aber das negiert nicht, was er für die Vereinigten Staaten von Amerika getan hat. Sie sollten nicht negieren, was Karl Räder, Gustav Ernst und andere für die Pfalz und darüber hinaus getan haben. Ihre Talente und ihre Kunstfertigkeiten sollten weiterhin gefeiert und verehrt werden, vielleicht unter Vorbehalt einiger nicht wertender historischer Fußnoten. Da nie als Kriegsverbrecher befunden wurden, und Sie weder zu dieser Zeit noch Ort anwesend waren, sollten Sie nicht das Recht haben, so hart zu urteilen. Jede Ära hat ihre Grausamkeiten. Wie wir aus ihnen herauskommen, hoffentlich mit Höflichkeit und Anmut, das wird in Zukunft unser Maßstab sein. Was hätten Sie getan und wie hätten Sie während des Zweiten Weltkriegs und im Nachkriegsdeutschland gedacht, um sich und Ihre Familie zu schützen? Werden Sie jede noch existierende deutsche Firma verfolgen, die Verbindungen zu Hitler und den Nazis hatte? Sie würden sich nie durchsetzen. Was treibt Sie dazu, denen nachzugehen, die nicht mehr in der Lage sind, sich zu wehren? Wie werden Sie letztendlich in 75 Jahren und mehr von einem unbekannten Richter und Geschworenen wahrgenommen? Werden Sie dann angeprangert, weil Sie andere verunglimpft und ihre Beiträge gelöscht haben? Wie würden Sie sich fühlen, wenn Ihre Familiengeschichte systematisch entfernt würde, weil sie plötzlich unbequem und von einigen nicht toleriert wurde? Die Vergangenheit mit einem dicken Strich aufzuheben und die Geschichte aufgrund sozialer oder politischer "Korrektheit“ willkürlich neu zu schreiben, verhindert, Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Es verurteilt die Menschen nur dazu, immer wieder die gleichen Fehler zu machen. Es gibt viel zu viel davon auf der ganzen Welt. Bitte lassen Sie es nicht weiter passieren. Hochachtungsvoll eingereicht von, Krista Leach Carson City, Nevada USA 7. Januar 2023, uebersetzt von Ingrid Bauer, ebenfalls Urenkelin von Karl Räder Kohlenhäuser 1 67098 Bad Dürkheim
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