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Umbenennung der Philipp-Fauth-Straße

Von "Philipp-Fauth-Straße"

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Regine Müller-Fauth

Katzenberg 103

55126 Mainz


Bürgermeister

Christoph Glogger

Stadtverwaltung

Mannheimer Str. 24

67098 Bad Dürkheim 

buergermeister@bad-duerkheim.de


Artikel über Philipp-Fauth-Straße im Amtsblatt Bad Dürkheim 5/2023


Sehr geehrter Herr Bürgermeister Glogger,

sehr geehrte Frau Hallmann-Preuß,

sehr geehrte Damen und Herren im Stadtrat von Bad Dürkheim,

wir möchten unsere Irritation über den Artikel zu Philipp Fauth – veröffentlicht im Amtsblatt

der Stadt Bad Dürkheim 5/2023 (Seite 3-6) vom 2. Februar – zum Ausdruck bringen.

Schon die Überschrift „Vom Amateaurastronom zum Pseudowissenschaftler, Antidemokraten

und Antisemiten“ empfinden wir als irreführend – als habe sich Philipp Fauth vom

Amateaurastronom zum Pseudowissenschaftler, Antidemokraten und Antisemiten entwickelt.

Bis zu seinem Lebensende blieb Philipp Fauth „Vollblut-Astronom“ mit Leib und Seele.

Auch der Artikel stellt Philipp Fauth unangemessen einseitig dar. Das ist insofern schade,

weil das Gutachten der Stadt hier eine größere historische Sorgfalt und Differenziertheit an

den Tag gelegt hat.

Die antidemokratische und antisemitische Einstellung Philipp Fauths ist aus heutiger Sicht

unakzeptabel. Zu bedenken aber ist: Diese Aussagen Fauths …

a) … stammen überwiegend aus dem frühen 20. Jahrhundert (gerade der Briefwechsel

mit Chamberlain) – also lange vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten – und

dürfen daher nicht gleich auf der Folie der Naziverbrechen gelesen und interpretiert

werden.

b) … bewegen sich ganz im Rahmen des damaligen bildungsbürgerlichen, kaisertreuen

„Mainstream“.

c) … wurden unseres Wissens nur (oder zumindest ganz überwiegend) in privater

Korrespondenz geäußert und von Philipp Fauth nicht veröffentlicht. Philipp Fauth war

insofern recht „unpolitisch“.

d) In der Anstellung in einer relativ unbedeutenden Abteilung bei der

Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe sah Fauth im Alter von 70 (!) Jahren

und von schwerer Krankheit gezeichnet wohl die einzige Möglichkeit, sein

Lebenswerk vollenden und absichern zu können.


Wie gesagt: Damit sollen die antidemokratischen und antisemitischen Aussagen Fauths nicht

gerechtfertigt werden, aber sie werden historisch eingeordnet. Hier war Fauth „Kind seiner

Zeit“.

Wir wünschen uns von der Stadt Bad Dürkheim und ihren politischen Verantwortungsträgern

einen kritischen, aber auch fairen und differenzierteren Umgang mit der Geschichte und kein

plattes „An den Pranger stellen“ eines ehemaligen Bürgers.

Mit freundlichem Gruß,

Regine Müller-Fauth

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