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Fauth, Bismarck und Preußen

Von "Philipp-Fauth-Straße"

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Was haben Fauth, Bismarck und Preußen gemein? Ihre Namen wurden bzw. werden gerade aus der Deutschen Geschichte ausgemerzt!

Im Antrag zum ersten Bürgerbegehren im Nov. vergangenen Jahres haben wir u.a. auch Bezug zu Bismarck genommen: „Werden dann auch im nächsten Schritt alle Bismarckstraßen umbenannt? Aus heutiger Sicht war der ziemlich autoritär.“ Wir konnten uns im Nov. nicht vorstellen, dass dieser Satz schon kurze Zeit später von der Realität eingeholt wird:

Anfang Dez. 22 hat das Auswärtige Amt unter der deutschen Außenministerin Anna-Lena Baerbock das berühmte Bismarckzimmer in „Saal der Dt. Einheit“ umbenennen und das Bismarckbild abhängen lassen. Begründung des Auswärtigen Amtes: „Die Umbenennung trägt der Tatsache Rechnung, dass das Auswärtige Amt seine Traditionslinie maßgeblich in der demokratischen Geschichte Deutschlands verankert sieht“.

Bismarck war ein Staatsmann in Übergröße, ein Gigant der Deutschen Geschichte. Natürlich war er auch ein Kind seiner Zeit, autoritär, eben ein Mann des 19. Jahrhunderts. Aber mit was für überragenden Verdiensten für Deutschland! Er verdient das, was Olaf Scholz im Wahlkampf jedem Menschen versprochen hat: Respekt! Nun wird er einfach ausgemerzt.

Das Muster dieser geschichtlichen Ausmerzung ist völlig identisch mit der geplanten Vorgehensweise des Dürkheimer Stadtrates bei Fauth: eine Person der Geschichte wird mit heutigen Maßstäben bewertet.

Auch die Reaktion der Familie von Bismarck ist nahezu identisch mit der der Familien Fauth und Räder (s. deren Briefe an die Stadt): Der Sprecher der Familie, Alexander von Bismarck, schreibt „Wir, die Bismarck-Familie, sind entsetzt und unsagbar traurig, dass mit unserer eigenen Geschichte und mit unserem Land so umgegangen wird. Anna-Lena Baerbock hat kein Geschichtsbewusstsein, ist eine moralisierende Außenministerin, verdreht die Geschichte. Jede Persönlichkeit der Vergangenheit müsse in ihrer jeweiligen Situation betrachtet und bewertet werden.“

Aber das war es noch nicht: kurz nach Weihnachten kam die Meldung, dass die Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) das „Preußen“ aus dem Namen der traditionsreichen Stiftung Preußischer Kulturbesitz streichen lassen will. Begründung: Deutschland wäre mehr.

Als einfacher Bürger sage ich dazu: das ist kulturelle Barbarei, so mit unserer Geschichte umzugehen. Etwas vornehmer drückt sich Wolfgang Thierse, SPD, ehemaliger Bundestagspräsident, aus: Dies sei ein „Versuch, sich von geschichtlichen Lasten zu befreien“, Thierse warf den Grünen vor, dass sie „mit moralischem Furor Geschichtsreinigung betreiben“ würden. Weil sie derzeit schmerzliche Kompromisse machen müssten, „benötigen sie wohl umso heftiger Ersatzhandlungen“.

Welche Haltung hat die Stadtverwaltung dazu? Sollen jetzt auch bei uns Richard-Wagner-Str., Schiller-Str., Goethe-Str.  usw. ausgemerzt werden? Darf die Bäckerei Barbarossa (ehemaliger Kaiser) ihren Namen noch behalten? Wie lange dürfen die Kirchen in unserer Stadt noch geöffnet bleiben vor dem Hintergrund, was im Namen des Kreuzes über die Jahrhunderte angerichtet wurde?

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Martin, Sprecher der Bürgerbewegung für die Straßenbeibehaltung

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Letztes Update: 17. Januar 2023

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