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Ein Beitrag--Keine Frage

Von "Karl-Räder-Allee"

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Es wurde in allen Recherchen ein kleines Faktum, naemlich, dass es in der Raeder Familie auch Juden gab, die genauso herzlich in der Raederklause aufgenommen wurden wie alle anderen in der Familie. Hier der uebersetzte Brief einer Urenkenkelin Raeders aus dem Ausland:

An die Mitglieder des Stadtrats und Kulturausschusses Bad Dürkheim: Mein Name ist Krista Leach. Ich bin das einzige Kind von Günter und Sigrid Schmitt. Meine Großmutter väterlicherseits war Margaret Räder Schmitt, eine Tochter von Karl Räder, was Karl Räder zu meinem Urgroßvater macht. Meine Eltern haben sich in Kanada kennengelernt und 1952 geheiratet. 1953 wurde ich dort geboren. 1962, als ich 9 Jahre alt war, wanderten wir aus in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo ich seither lebe. Margaret war bereits Witwe und lebte zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in Heidelberg. Sie hatte drei Jungen: Meinen Vater und seinen Zwillingsbruder und noch einen älteres Bruder. Alle diese Jungs wurden zunächst in die Hitlerjugend eingezogen und mussten letztlich für Nazideutschland kämpfen. Das war komplett gegen ihren Willen und ihren Glauben, genauso wie heute ebenso viele Russen in den Krieg gegen die Ukraine geschickt werden. Es gab/gibt in dieser Angelegenheit kein Mitspracherecht. Mein ältester Onkel ist im Krieg gefallen. Die Familiengeschichte besagt, dass Margaret, allein in Heidelberg, dem jüdischen Untergrund geholfen hat. Meine Mutter Sigrid war eine deutsche Jüdin aus Ostpreußen, dem heutigen Polen. Ihre Mutter war Jüdin, aber ihr Vater war keiner. Als sich der Nationalsozialismus in ganz Deutschland ausbreitete, wurde mein Großvater unter Druck gesetzt, sich von seiner jüdischen Frau scheiden zu lassen, was er nicht getan hat. Infolgedessen wurde er seines Amtes als Stadtrat enthoben, und ihm wurde sein gesamtes Eigentum genommen, einschließlich eines Hauses, eines Geschäfts, eines Restaurants und eines Gasthauses. Das war letztendlich zu viel für meinen Großvater, der daraufhin Selbstmord beging und eine jüdische Ehefrau mit zwei Teenagern in Nazi-Deutschland auf sich allein gestellt zurück ließ. Sie hatten das Glück, das letzte Boot aus ihrem Gebiet in Ostpreußen nach Dänemark zu erwischen. Dort verbrachten sie fünf Jahre in einem Zufluchtslager in Kopenhagen, bevor sie nach Kanada auswanderten. Leider war meine Mutter durch den Krieg seelisch schwer traumatisiert und litt unter Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS). Daher erhielt sie bis zu ihrem Tod monatliche Entschädigungen aus Deutschland. Aufgrund ihrer extremen Angst, dass wir gefunden und sogar verschleppt werden könnten, durfte ich sogar in den Vereinigten Staaten niemandem von meiner jüdischen Abstammung erzählen. Das war sehr schwierig für mich, da wir in einer überwiegend jüdischen Enklave von Los Angeles, Kalifornien, lebten. Meine Familie wurde nicht nur in Deutschland verfolgt, weil sie jüdisch war, wir wurden von den Juden in Südkalifornien verfolgt, weil wir Deutsche waren. Ohne eigenes Verschulden habe ich persönlich Diskriminierung von beiden Seiten erlebt. Ich lebe täglich mit den Narben und der Last, Deutsch und Jüdin zu sein. Anfang der 1960er Jahre, nach unserem Umzug nach Kalifornien, reiste ich mit meiner Mutter nach Deutschland. Wir waren für einen längeren Aufenthalt in Bad Dürkheim, um meine Urgroßeltern zu treffen. Meine Mutter hätte niemals einen echten Nazi geheiratet, noch hätte sie mich - allein mit ihrem einzigen jugendlichen Kind - jemals zum Treffen mit jemandem mitgenommen, der NaziSympathisant und Antisemit war. Das hätte sie nie zugelassen. Sie und ihre Familie wurden von allen Mitgliedern der Familie Räder, die sich ihrer Herkunft genau bewusst waren, stets herzlich und liebevoll empfangen. Ich erinnere mich sowohl an Karl Räder als auch seine Frau als wunderbar vernarrte Urgroßeltern. Sie wurden von der Familie, einschließlich meiner Eltern und mir, sowie Freunden und Nachbarn verehrt und geachtet. Ist die mir bekannte Familienhistorie ganz korrekt? Höchst wahrscheinlich nicht. Das ist das Problem mit Geschichte. Sie verläuft fließend, wird normalerweise mündlich von Generation zu Generation weitergegeben und unterliegt jedermanns Deutung. Der Kontext und die Bedeutung der Wörter ändern sich im Laufe der Zeit und keine zwei Menschen nehmen dasselbe auf die gleiche Weise wahr. Ja, Sie können einige Gedichte und Dokumente vorliegen haben, die etwas anderes als ein perfektes Bild von Karl Räder zeichnen, aber kennen Sie diesen Mann deshalb wirklich? Menschen unterliegen regelmäßig Einsichten und Sinneswandel, ohne diese öffentlich zu offenbaren. Bevor die nicht enden wollende Hexenjagd der Cancel Culture/Zensurkultur (der massenhafte der Unterstützungs-Entzug von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens oder Prominenten, die Dinge getan haben, die heute gesellschaftlich nicht akzeptiert werden) Sie völlig auffrisst, werfen Sie bitte einen introspektiven Blick auf sich selbst und Ihre Familiengeschichte. Können Sie oder Ihre Familiengeschichte dieselbe Prüfung bestehen, der Sie Karl Räder, Gustav Ernst und unzähligen anderen unterziehen? Alle Menschen sind von Natur aus unvollkommen, und die meisten lassen sich leicht beeinflussen. Bitte bedenken Sie, dass hier das Konzept des Stockholm-Syndroms zutreffen könnte. Es beschreibt einen Bewältigungsmechanismus im Falle von Geiselnahme oder Entführung, bei dem die Opfer gegenüber ihren Entführern oder Tätern über einen Zeitraum hinweg positive Gefühle entwickeln. Gehirnwäsche wird als gewaltsame Indoktrination definiert, um jemanden dazu zu bringen, grundlegende politische, soziale oder religiöse Überzeugungen und Einstellungen aufzugeben und gegensätzliche, reglementierte Ideen zu akzeptieren. Nazi-Deutschland kann sicherlich als Gehirnwäsche in einer ihrer reinsten und sadistischsten Formen betrachtet werden. Ja, George Washington war ein Sklavenhalter, aber das negiert nicht, was er für die Vereinigten Staaten von Amerika getan hat. Sie sollten nicht negieren, was Karl Räder, Gustav Ernst und andere für die Pfalz und darüber hinaus getan haben. Ihre Talente und ihre Kunstfertigkeiten sollten weiterhin gefeiert und verehrt werden, vielleicht unter Vorbehalt einiger nicht wertender historischer Fußnoten. Da nie als Kriegsverbrecher befunden wurden, und Sie weder zu dieser Zeit noch Ort anwesend waren, sollten Sie nicht das Recht haben, so hart zu urteilen. Jede Ära hat ihre Grausamkeiten. Wie wir aus ihnen herauskommen, hoffentlich mit Höflichkeit und Anmut, das wird in Zukunft unser Maßstab sein. Was hätten Sie getan und wie hätten Sie während des Zweiten Weltkriegs und im Nachkriegsdeutschland gedacht, um sich und Ihre Familie zu schützen? Werden Sie jede noch existierende deutsche Firma verfolgen, die Verbindungen zu Hitler und den Nazis hatte? Sie würden sich nie durchsetzen. Was treibt Sie dazu, denen nachzugehen, die nicht mehr in der Lage sind, sich zu wehren? Wie werden Sie letztendlich in 75 Jahren und mehr von einem unbekannten Richter und Geschworenen wahrgenommen? Werden Sie dann angeprangert, weil Sie andere verunglimpft und ihre Beiträge gelöscht haben? Wie würden Sie sich fühlen, wenn Ihre Familiengeschichte systematisch entfernt würde, weil sie plötzlich unbequem und von einigen nicht toleriert wurde? Die Vergangenheit mit einem dicken Strich aufzuheben und die Geschichte aufgrund sozialer oder politischer "Korrektheit“ willkürlich neu zu schreiben, verhindert, Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Es verurteilt die Menschen nur dazu, immer wieder die gleichen Fehler zu machen. Es gibt viel zu viel davon auf der ganzen Welt. Bitte lassen Sie es nicht weiter passieren. Hochachtungsvoll eingereicht von, Krista Leach Carson City, Nevada USA 7. Januar 2023, uebersetzt von Ingrid Bauer, ebenfalls Urenkelin von Karl Räder Kohlenhäuser 1 67098 Bad Dürkheim 

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Letztes Update: 17. Januar 2023

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